5 Februar 2026

Leise Reiniger, starke Performance

Sulfatfreie Shampoos haben sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenlösung für empfindliche Konsumenten zu einem festen Bestandteil professioneller Sortimente entwickelt.

Sulfatfreie Shampoos
Foto von Oleskandra Biliak: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-entspannung-waschen-sinken-23349900/

Insbesondere im Friseurbereich steigt die Nachfrage nach sulfatfreien Formulierungen kontinuierlich. Ein Grund mehr, einen gezielteren Blick auf die schonenden Reiniger zu werfen und Haarprofis mehr Argumente an die Hand zu geben:

Was bedeutet „sulfatfrei“?

Klassische Shampoos enthalten häufig anionische Tenside wie Sodium Lauryl Sulfate (SLS) oder Sodium Laureth Sulfate (SLES). Diese Sulfate zeichnen sich durch eine starke Reinigungsleistung und hohe Schaumbildung aus, können jedoch bei empfindlicher Kopfhaut oder chemisch behandeltem Haar austrocknend wirken. Sulfatfreie Shampoos verzichten auf diese Tenside und setzen stattdessen auf mildere Alternativen, die Haut- und Haarstruktur schonender reinigen.

Gängige Alternativen zu Sulfaten

In sulfatfreien Shampoos kommen verschiedene Tensidklassen zum Einsatz:
Zuckertenside wie Coco Glucoside oder Decyl Glucoside gelten als besonders mild, biologisch gut abbaubar und hautverträglich. Aminosäure-Tenside wie Sodium Cocoyl Glutamate oder Sodium Lauroyl Sarcosinate bieten eine ausgewogene Reinigungsleistung bei guter Schaumqualität. Betain-Tenside (z. B. Cocamidopropyl Betaine) werden häufig als Co-Tenside eingesetzt, um die Formulierung zu stabilisieren und die Milde weiter zu erhöhen.

Vorteile sulfatfreier Shampoos

Schonung von Haar und Kopfhaut: Sulfatfreie Shampoos reinigen sanfter und greifen die natürliche Lipidschicht weniger stark an. Dies ist insbesondere bei trockener, sensibler oder zu Irritationen neigender Kopfhaut von Vorteil.
Längere Haltbarkeit von Haarfarben: Bei coloriertem oder getöntem Haar reduzieren milde Tenside das Auswaschen von Farbpigmenten. Daher werden sulfatfreie Shampoos häufig im Color-Care-Segment empfohlen.
Eignung für chemisch behandeltes Haar: Dauerwellen, Blondierungen oder Keratinbehandlungen profitieren von einer schonenden Reinigung, da die Haarstruktur weniger belastet wird.
Nachhaltigkeitsargument: Im B2B-Marketing lassen sich sulfatfreie Formulierungen gut mit Themen wie „Clean Beauty“, „mild“ oder „hautschonend“ verknüpfen, was insbesondere im Premium- und Naturkosmetiksegment relevant ist.

Nachteile und Grenzen

Geringere Reinigungsleistung bei starken Rückständen: Stylingprodukte, Silikone oder starke Fettablagerungen lassen sich mit sulfatfreien Shampoos oft weniger effektiv entfernen. In professionellen Anwendungen kann daher gelegentlich ein klärendes Shampoo notwendig sein.
Reduzierte Schaumbildung: Verbraucher und Anwender verbinden Schaum häufig mit Reinigungskraft. Sulfatfreie Shampoos schäumen meist weniger, was erklärungsbedürftig sein kann und Schulungsaufwand im Verkauf erfordert.
Höhere Rohstoffkosten: Milde Tenside sind in der Regel teurer als klassische Sulfate. Dies wirkt sich auf die Kalkulation und den Endpreis aus.

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