Jedes Jahr aufs Neue – Call Time 5 Uhr morgens, hektische Locations, endlos viele Looks. Und doch stand er wieder mitten im Trubel der Fashion Week: Maximilian Meyer.
Warum der vermeintliche Stress ihn trotzdem antreibt? Weil gerade das Unvorhersehbare, das kreative Chaos und die Herausforderung, immer wieder Neues auszuprobieren, ihn inspiriert. Im Interview erzählt uns Maximilian von seinen Highlights, den Herausforderungen beim Styling von Afrohair, dem Geheimnis erfolgreicher Salonarbeit und seinen persönlichen Zielen für 2026.

Wir haben dich, wie in den letzten Jahren, für La Biosthétique auf der Fashion Week gesehen. Warum tust du dir den „Stress“ eigentlich immer wieder an?
Zur Call Time 5 Uhr morgens, da frag ich mich das auch jedesmal :D. Ein geregelter Alltag ist was Angenehmes, schafft Sicherheit, Routine etc. Events wie die Fashion Week brechen das komplett auf. Und dieses Chaos, das Ungewisse, Verrückte … das ist es, was wieder Reize setzt. Reize, kreativ zu sein. Was Neues auszuprobieren. Aus seiner Komfortzone rauszukommen. Unser Beruf ist so vielfältig, das liebe ich einfach.
Was war dein persönliches Highlight im Januar in Berlin?
It was a match! Die Haare, der Look, das Make-up … die Location. Mich fasziniert vor allem bei Marc Cain jedes Mal aufs Neue die Auswahl der Location. Man spürt regelrecht die nostalgischen Vibes, die sich dann durch Style und Eleganz in der Mode und den Haaren wiederfinden.


Fürs Newcomer Label Orange Culture hattet Ihr ganz viel texturiertes Haar zu stylen. Kommen die extremen Lockenköpfe auch manchmal in deinen Salon?
Leider sehr selten. In meiner Zeit in Vancouver oder auch auf den internationalen Mode-Shows habe ich viel damit gearbeitet. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Berlin eine höhere Vielfalt hat. Leider warten wir in München noch etwas auf diese Vielfalt.
Worauf achtest du beim Kämmen, Bürsten und Stylen von Afrohair?
Mit Afrohair muss sehr sorgfältig umgegangen werden. Meistens ist es empfindlicher und sensibler als mittel-europäisches Haar. Daher sollte man es nicht ohne ein passendes Öl oder Feuchtigkeitsspray kämmen/bürsten.

Wie läuft es aktuell in deinem Salon? Bist du nach wie vor gut gebucht oder könnte es mehr sein? Was gibt es Neues?
Es läuft nach wie vor sehr gut. Natürlich gibt es immer Potenzial zur Verbesserung, und daran arbeiten wir täglich gemeinsam als Team. So haben wir beispielsweise Ende letzten Jahres unseren ersten eigenen Style Day für unsere Kunden organisiert. Den werden wir nun regelmäßig im Salon anbieten. An diesem Tag stehen wir unseren Kunden durch intensive Beratung und Assistenz zur Seite und geben ihnen bei ihrem persönlichen Umstyling Tipps und Tricks.
Was machst du, um neue Kunden für eure Arbeit zu begeistern?

Unsere beste Werbung ist immer noch unser Empfehlung-Marketing. Unsere Kunden sind von unserer Qualität, Atmosphäre, Service und der Liebe zu unserem Beruf so begeistert, dass sie uns gerne weiterempfehlen. So kommen über 60 % der Neukunden durch eine Direktempfehlung.
Scheidet die Geister in Deutschland, aber ich frag trotzdem: Was hältst du von Stuhlmiete?
Ich denke, die Stuhlmiete kann im richtigen Konzept funktionieren. Alle Bereiche sollten sauber getrennt sein. Und genau daran scheitert dieses Konzept häufig. Denn eine unsaubere Trennung kann nicht nur für das Finanzamt, sondern auch für interne Absprachen oder das Empfinden der Kunden zu Verwirrung und somit zum Misserfolg führen.
Welche Tipps würdest du jungen Friseuren an die Hand geben, die sich selbstständig machen wollen?
Sei Herr/Frau über die Zahlen! Bei all unserer Kreativität und Liebe zu den Haaren ist das das Wichtigste als Unternehmer. Falsche Kalkulationen oder blinder Optimismus führen auf lange Sicht zum Misserfolg.
Stichwort Work-Life-Balance: Stehst du jeden Tag hinter dem Stuhl?
Wenn ich mir mein Jahr 2025 anschaue, würde ich eher von einer Work-Work-Balance sprechen :D. Ich bin vier Tage am Stuhl, habe einen Tag für mein Büro und durch regelmäßige Events teilweise eine 6-7 Tage Woche. Bei 43 Events im vergangenen Jahr kommt dort etwas weniger Freizeit zusammen.
Und zum Schluss eine semiprivate Frage: Welche Ziele hast du dir für dieses Jahr gesteckt?
Ich habe mir fest vorgenommen, beruflich wie privat unnötige Kosten – sei es finanziell oder in Form von Lebenszeit – in sinnvolle Investitionen umzuwandeln. Nur weil es „immer schon so war“, gebe ich mich damit dieses Jahr nicht mehr zufrieden. So müssen es am Ende des Jahres keine 43 Events mehr sein, sondern vielleicht nur noch 30 richtig gute. Gleiches gilt für Kunden, Investitionen, Mitarbeiter oder die 17 paar Sneakers…









