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Neue Freiheit am Friseurstuhl: Wie TGTHR Coworking die Branche neu erfindet

Die Friseurbranche steht an einem Wendepunkt: steigende Kosten, Personalmangel und ein Wertewandel bei der jungen Generation verändern das klassische Salonmodell grundlegend.

TGTHR Coworking
Katharina Freitag, Gründerin von TGTHR Coworking

Katharina Freitag, Gründerin von TGTHR Coworking, setzt genau hier an – mit einem Konzept, das Selbstständigkeit neu denkt und Friseur flexible, moderne Arbeitsplätze ohne hohe Einstiegshürden bietet. Im Interview mit uns spricht sie über die Zukunft des Handwerks, den wachsenden Wunsch nach Freiheit und Community – und warum Coworking mehr als nur ein Trend ist:

Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Coworking Space speziell für Friseure in Köln? 

Die Friseurbranche ist im Wandel, immer mehr Salonbesitzer müssen aufgrund von Personalmangel und steigender Kosten ihre Salons aufgeben. Gleichzeitig tritt die Gen Z in die Branche ein, und mit ihnen neue Anforderungen an den Arbeitsplatz. Immer mehr Menschen wollen frei und selbstbestimmt arbeiten. Flexible Arbeitszeiten und sinnhaftes Arbeiten werden der Sicherheit vorgezogen. Auch die eigene mediale Präsenz wird immer wichtiger. Und hier setzen wir an. Wir bieten flexible Arbeitsplätze ohne hohe Investitionen und langfristige Verpflichtungen. 

Welche speziellen Vorteile bietet das Co-Working Modell Friseuren im Vergleich zum eigenen Salon oder zur klassischen Anstellung? 

Vor allem junge Friseurmeister wollen frei und flexibel arbeiten. Somit ist Coworking oft der einzig realistische Weg in die Selbstständigkeit. Ein Salon kostet schnell 50.–200.000 Euro und ist mit langfristigen Kredit- und Mietverträgen sowie Personalverantwortung alles andere als flexibel. Vom Angestelltenverhältnis mit Mindestlohn, langen Arbeitszeiten auch am Wochenende, Überstunden, launischen Chefs und vorgegebenen Arbeitsweisen müssen wir da gar nicht reden. 

Wie funktioniert das Konzept im Alltag-von der Buchung des Arbeitsplatzes bis zur Nutzung der Infrastruktur 

Wenn du als Friseurmeister einen Stuhl im Space mieten möchte, nimmst du Kontakt zu uns auf, das geht per E-Mail, Instagram oder unser Kontaktformular über die Website. Man kann auch direkt einen unverbindlichen Besichtigungstermin Online auf unserer Website TGTHR-Coworking ausmachen. 

Wichtig ist, dass man eine Gewerbeanmeldung vorweisen kann. Bei der Gründung und den dazugehörigen Formalitäten stehen wir dir natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. 

Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Du registrierst dich kostenlos für unsere Community, somit erhältst du Zugang zum exklusiven Buchungstool und kannst spontan online Plätze buchen (nach Verfügbarkeit) 
  2. Du entscheidest an welchen Tagen du arbeiten möchtest und buchst diese Tage fest. Somit ist dein Platz reserviert. 

Außerdem kannst du eine „Flatrate“ buchen was bedeutet, dass der Platz den gesamten Monat für dich reserviert ist.

Vor Ort bekommst du dann deinen eigenen Schrank und einen abschließbaren Wagen für deine persönlichen Waren und Werkzeuge. Es gibt Ware vor Ort, die du kaufen kannst oder du bringst deine eigenen Produkte mit. Dinge wie Pinsel, Farbschalen, Waage, Umhänge und Handtücher sind vor Ort. Verbrauchsmaterialen wie Folien etc. bringst du bei Bedarf selbst mit.

Welche Rolle spielen Community und Austausch zwischen Friseuren im Space?

Community und Austausch spielen in unserem Space eine sehr große Rolle. Aktuell bauen wir gezielt ein Netzwerk auf, damit wir in Zukunft Seminare und Events organisieren können, die exklusiv und vergünstigt für unsere Mitglieder buchbar sind. In einer Community ist es natürlich viel einfacher, Trainer und Speaker für Workshops oder Veranstaltungen zu gewinnen, als wenn man als Einzelkämpfer unterwegs ist.

Besonders wertvoll ist aber auch der tägliche Austausch zwischen den Coworkern selbst. Durch die unterschiedlichen Spezialisierungen kann man voneinander lernen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig inspirieren und genau das macht unsere Community so stark.

Glaubst du, dass Coworking ein langfristiger Trend im Friseurhandwerk wird?

Ich glaube nicht, dass es sich dabei nur um einen Trend handelt, sondern vielmehr um eine Chance, das Friseurhandwerk für die nächsten Generationen wieder attraktiver zu gestalten. Indem wir die Ansprüche der jungen Generation an die heutige Zeit berücksichtigen und neue Anreize schaffen, können wir den Beruf weiterentwickeln.

Ich bin überzeugt, dass wir mit solchen Möglichkeiten wieder mehr junge Menschen für den Friseurberuf begeistern können, vor allem, weil sich Leidenschaft für den Beruf und ausgewogene Arbeitszeiten dadurch nicht mehr ausschließen.

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